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Heizungsarten im Vergleich: Das sind die Unterschiede

Noch bis vor Kurzem wurden in deutschen Immobilien vor allem Gas- und Ölheizungen verbaut, denn die fossilen Brennstoffe konnten sich über viele Jahrzehnte als primärer Energieträger durchsetzen. Doch 2022 setzen immer mehr Eigenheimbesitzer:innen auf nachhaltige und umweltfreundliche Heizungen – auch in Verbindung mit Photovoltaik. Aber welcher Energieträger ist der günstigste? Welche Heizung ist besonders zuverlässig und was kosten Wärmepumpe, Pelletheizung und Co. eigentlich? In diesem Ratgeber wollen wir Sie über alle wichtigen Fakten, Kosten und Förderungen rund um die Heizung informieren.

Aufladen eines Elektroautos

Heizungen haben den größten Energiebedarf

Beim Stichwort Energiebedarf denken Viele immer noch ausschließlich an Strom. In privaten Haushalten werden aber mehr als zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs für das Heizen verbraucht. Im Durchschnitt entfallen laut Statistischem Bundesamt gut 70 Prozent des Energiebedarfs auf die Raumheizung und circa 15 Prozent auf die Warmwasserbereitung. Lediglich die restlichen 14 Prozent werden für Dinge wie Elektrogeräte und Beleuchtung benötigt.

Wenn es um das Thema Energiesparen geht, sollten Sie daher nicht nur an Strom denken, sondern auch die Heizung mit einbeziehen. Jedoch wird immer noch sehr viel Strom aus Kohle und Atomenergie erzeugt, daher sollten Sie im besten Fall Strom und Wärme nachhaltig produzieren, um unsere Umwelt zu schützen.

Heizungsarten im Überblick

In deutschen Eigenheimen gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Heizanlagen. Aber wie funktioniert welche Heizungsart? Wir haben einige Vor- und Nachteile sowie Informationen zur Wirtschaftlichkeit und Förderung in einem Überblick zusammengestellt.

Gasheizung:

Gasheizungen erzeugen Wärme in den meisten Fällen mithilfe des fossilen Energieträgers Erdgas. Alternative Gas-Heizanlagen arbeiten mit Flüssiggas und Bioerdgas. In Deutschland am weitesten verbreitet ist die klassische Erdgas-Heizung, da sie wenig Platz benötigt und effizient heizt. Allerdings gibt es mehrere Gründe, die gegen sie sprechen: Denn auch wenn Gasheizungen im Betrieb weniger Emissionen als Ölheizungen ausstoßen, fällt die gesamte Bilanz mit 250 Gramm CO2 pro kWh gar nicht so positiv aus – die Erdgas-Förderung, der Transport sowie die Verarbeitung tragen ebenfalls zur Freisetzung von Treibhausgasen bei. Außerdem sind die Preise für Erdgas zuletzt stark gestiegen, deshalb sinkt die Wirtschaftlichkeit von Gasheizungen momentan deutlich. Eine finanzielle Förderung gibt es nur, wenn die Gasbrennwertheizung mit einer Wärmepumpe, einer Biomasseanlage oder einer Solarthermie-Anlage kombiniert wird. In diesem Fall handelt es sich um eine Hybridheizung.

Ölheizung:

Heizöl zählt ebenso wie Erdgas zu den fossilen Brennstoffen. Eine Ölheizung benötigt deutlich mehr Platz als eine Gasheizung, da das Öl in einem Tank gelagert wird. Aktuell sind in Deutschland noch viele Ölheizungen in Betrieb, als Alternative zu Gasheizung rangiert dieses Heizsystem auf Platz zwei in der Verbreitung und einer der wichtigsten Wärmerzeuger vor allem in Ein- und Mehrfamilienhäusern. In Neubauten kommen sie aber fast gar nicht mehr zum Einsatz. Einer der Gründe ist die schlechte Klimabilanz, denn hier liegt das Heizöl mit 319 Gramm CO2 pro kWh auf dem letzten Platz.

Ein weiteres Argument für eine Alternative zur Ölheizung: Die Preise für Heizöl haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Aufgrund der CO2-Steuer, die seit 2021 gilt und bis 2025 schrittweise angehoben wird, dürften die Preise auch noch weiter zulegen. Eine finanzielle Förderung für Ölheizungen gibt es wegen der sehr schlechten Klimabilanz nicht. Wer seine alte Ölheizung ersetzt, erhält jedoch bis zu 45 Prozent der Kosten zurück.

Fernwärme:

Auf Platz drei der meist genutzten Heizungsarten in Deutschland liegt die Fernwärme. Hierbei entfällt die Lagerung von Brennstoffvorräten und auch der Aufwand ist relativ gering. Denn wie der Name schon sagt, erfolgt die Wärmeerzeugung außerhalb der eigenen vier Wände, also in der Ferne. Die heimische Heizung wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, sodass die Wärme von einem Kraftwerk über Rohrleitungen in das Haus oder die Wohnung gelangt. Leider weist Fernwärme mit durchschnittlich 198 Gramm CO2 pro kWh eine recht schlechte Klimabilanz auf. Grund hierfür ist unter anderem der Energieverlust beim Transport der Wärme durch die Leitungen.

Bisher kommen bei der Wärmeerzeugung größtenteils fossile Energieträger wie Erdgas sowie Steinkohle als Brennstoffe zum Einsatz. Darüber hinaus wird auch Wärme genutzt, die bei der Müllverbrennung oder industriellen Prozessen entsteht. Vermehrt werden auch erneuerbare Energien für die Erzeugung genutzt, weshalb es Förderprogramme für diese Heizungsart gibt.

Holzheizung / Pelletheizung:

Wer bei einer Holzheizung an einen Kamin oder Ofen denkt, liegt zwar richtig. Es gibt aber noch weitaus effizientere Möglichkeiten, mit Holz zu heizen: moderne Pelletöfen mit oder ohne Wassertasche zur Aufstellung in Wohnräumen und Pelletheizungen als Zentralheizungssystem. Heizanlagen, die mit Holzpellets betrieben werden, verfügen über einen hohen Wirkungsgrad und weisen mit 27 Gramm CO2 pro Kilowattstunde sehr niedrige Emissionswerte auf und sind damit eine gute Alternative zu Erdgas- oder Ölheizungen. Ebenso wie diese benötigen sie jedoch relativ viel Platz, weil bei der Pelletheizung das Brennmaterial auf Vorrat gelagert werden muss.

Egal ob Kamin, Ofen oder Pelletheizung: Beim Kauf sollte man darauf achten, dass es sich um öko-zertifiziertes, einheimisches Brennholz als Stückholz oder als Holzpellets handelt. Denn wenn das Brennmaterial über lange Strecken transportiert wird, führt dies wiederum zu umweltschädlichen CO2-Emissionen. Für diese Heizungsart kann eine staatliche Förderung über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden.

Elektroheizung:

Elektroheizungen, zum Beispiel elektrische Direktheizgeräte wie Infrarotheizungen, produzieren Wärme mithilfe von Strom. Sie lassen sich flexibel in unterschiedlichen Räumen nutzen und benötigen vergleichsweise wenig Platz. Leider haben sie aber einen sehr hohen Stromverbrauch und sind deshalb weder energie- noch kosteneffizient. Auch in der Verbindung mit einer Solaranlage sind Elektroheizungen nicht wirtschaftlich. Denn sie benötigen weitaus mehr Energie, als sich mit einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach erzeugen lässt und es müssen zusätzlich große Mengen an Strom hinzugekauft werden. Angesichts der steigenden Strompreise keine verlockende Aussicht. Zudem sind die Anschaffungskosten gar nicht so niedrig, wie oftmals gedacht. Aufgrund der schlechten Umweltbilanz gibt es für Elektroheizungen keine staatliche Förderung.

Wärmepumpe:

Wärmepumpen nutzen ebenfalls Strom, um Heizwärme zu erzeugen, sind dabei aber deutlich effizienter als Elektroheizungen. Mithilfe eines elektrischen Antriebs entziehen sie – je nach Bauweise – der Erde, der Luft oder dem Grundwasser Wärme und verwenden diese zum Verdampfen und Komprimieren von speziellen Kühlmitteln. Während dieses Prozesses entsteht Wärme, die sich für das Heizen oder die Warmwasseraufbereitung nutzen lässt. Diese Funktionsweise ist sehr umweltfreundlich, denn während eine Wärmepumpe mit einer Kilowattstunde Strom bis zu fünf kWh Heizenergie erzeugt, liegt die Bilanz einer Elektroheizung bei einer kläglichen Eins-zu-eins-Umwandlung. Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien am deutschen Strommix, desto umweltfreundlicher ist die Wärmepumpe.

Ein weiterer Vorteil sind die niedrigen laufenden Kosten. All dies führt dazu, dass sich Wärmepumpen steigender Beliebtheit erfreuen. Besonders in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher ist eine Wärmepumpe eine wirtschaftliche Alternative zur Gasheizung. Zwar sind die Anschaffungskosten für eine Wärmepumpe vergleichsweise hoch, allerdings locken attraktive Förderungen durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Wer seine alte Heizung umrüstet auf eine Wärmepumpe, erhält über das BAFA oder KfW einen Zuschuss von 35 bzw. 45 Prozent.

BHKW:

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) nutzt Gas, Heizöl oder Holz und wandelt den Brennstoff mithilfe eines Verbrennungsmotors oder einer Gasturbine in Energie um. Die Besonderheit: Das BHKW produziert auch Strom und nutzt die Wärme von der Stromerzeugung zum Heizen. Dadurch verfügt diese Heizanlage über eine hohe Leistungseffizienz und verursacht relativ geringe CO2-Emissionen. Wichtig: Der Strom, den das Blockheizkraftwerk erzeugt, reicht aber nicht aus, den kompletten Haushaltsbedarf zu decken, sondern hilft lediglich dabei, den Eigenverbrauch zu minimieren. Wer sich ein BHKW anschaffen möchte, kann dafür Förderungen (KfW und BAFA) in Anspruch nehmen. So eine Heizanlage ist aber nur wirtschaftlich sinnvoll, wenn ein hoher Wärmebedarf vorliegt. In normalen Einfamilienhäusern ist dies üblicherweise nicht der Fall.

Brennstoffzellen:

Brennstoffzellenheizungen funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie BHKW: Sie erzeugen Strom mithilfe eines Brennstoffs, etwa Erdgas, und produzieren dabei zusätzlich Wärme. Die Technologie dieser Heizanlagen ist sehr effizient. Brennstoffzellenheizungen wandeln die chemische Energie des Brennstoffs mithilfe von Sauerstoff direkt in Elektrizität um. Dadurch haben sie einen noch besseren Wirkungsgrad als Blockheizkraftwerke. Im Vergleich zu einem klassischen Brennwertkessel, der mit Erdgas betreiben wird, liegen sie in Sachen Ökobilanz ganz klar vorn. Die hohen Anschaffungskosten dürften aber viele Interessierte abschrecken, auch wenn die Möglichkeit besteht, Förderungen zu beantragen.

Solarthermie:

Solarthermie-Anlagen wandeln die Strahlungsenergie der Sonne in Wärmeenergie um. Solarkollektoren absorbieren die Sonnenwärme und leiten diese über einen Flüssigkeitskreislauf in einen Wärmespeicher. Diese Wärme lässt sich dann für das Beheizen von Wohnräumen oder die Warmwasseraufbereitung nutzen. Diese Heizungsart ist sehr umweltfreundlich, weil sie kaum CO2-Emissionen verursacht und sie die Energie direkt dort produziert, wo sie auch verbraucht wird. Solarthermie-Anlagen sind mit einer Lebensdauer von bis zu 30 Jahren außerdem äußerst langlebig. Da die erzeugte Energie aber nicht ausreicht, um genug Wärme für ein Eigenheim zu erzeugen, muss sie durch ein anderes Heizungssystem, wie etwa eine Wärmepumpe, ergänzt werden. Daher ist eine Photovoltaik-Anlage mit der sich Strom und Wärme produzieren lässt, häufig die wirtschaftlich sinnvollere Investition. Dennoch sind Solarthermie-Anlagen emissionsarm und sehr umweltfreundlich. Bei der BAFA oder KfW können deshalb Förderungen beantragt werden.

Kosten und Förderungen der gängigen Heizungsarten

Die Kosten für eine neue Heizung hängen von zahlreichen Faktoren ab, wie z.B. dem Energieträger oder der verwendeten Technik. Je nach Baujahr und Dämmung des Eigenheims können die laufenden Kosten sehr unterschiedlich ausfallen. Daher ist es an dieser Stelle schwierig, pauschale Preisangaben zu tätigen. Um Ihnen trotzdem einen groben Überblick zu verschaffen, haben wir in der nachfolgenden Tabelle die laufenden Kosten, sowie die durchschnittlichen Anschaffungskosten der gängigsten Heizungen für Eigenheime für Sie zusammengefasst.

Bei der Wahl einer neuen Heizung sollten Sie Investitionskosten und laufende Kosten stets im Verhältnis zueinander betrachten und daraufhin eine Entscheidung treffen. Auch ein hoher Anschaffungspreis kann sich schnell amortisieren, wenn die Heizungsanlage voll ausgelastet ist und wenig laufende Kosten verursacht. Darüber hinaus können Sie bei Heizungen, die erneuerbare Energie zur Wärmeerzeugung nutzen, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.

Überblick der Kosten und Förderungen für Heizungen

Heizungsart

Heizkosten pro Jahr (inkl. Wartung)

Anschaffung

Förderung

Gasheizung

2.800 Euro

6.000-10.000 Euro

nur für Hybrid-Modelle

Ölheizung

2.300 Euro

7.000-9.000 Euro

keine

Fernwärme

2.000 Euro

8.000-15.000 Euro

BAFA & KfW

Holzheizung/Pelletheizung

1.600 Euro

17.000-25.000 Euro

BAFA & KfW

Elektroheizung

6.400 Euro

6.000-8.000 Euro

keine

Wärmepumpe

1.500 Euro

15.000-30.000 Euro

BAFA & KfW

Solarthermie

150 Euro

ca. 8.000 – 10.000 Euro

BAFA & KfW

Die Angaben beziehen sich auf ein 140 m² großes Einfamilienhaus mit mittlerer Wärmedämmung.

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Heizungen für Altbau und Sanierungen

Alte Heizungen arbeiten oftmals nicht effizient und verbrauchen mehr Energie als nötig. Darüber hinaus stoßen sie häufig ziemlich viel CO2 aus. Das bedeutet zum einen höhere Heizkosten für Sie und zum anderen eine zusätzliche Belastung für das Klima. Sollte Ihre Heizungsanlage älter als 15 Jahre sein, empfiehlt sich eine Erneuerung.

Doch welche Heizung eignet sich für den Altbau oder andere Bestandsbauten? Theoretisch können Sie jede Art von Heizungsanlage in einen Altbau einbauen. Klassische Öl- und Gasheizungen sind dabei nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell gesehen keine sinnvolle Variante. Sie sind zwar günstig in der Anschaffung, jedoch steigen die laufenden Kosten für fossile Energieträger mittelfristig immer mehr. Das liegt unter anderem an der ab 2021 eingeführten CO2-Steuer.

Heizung mit Thermostat

Wenn Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie stattdessen lieber auf eine Wärmepumpe umrüsten oder eine Holzheizung in Betracht ziehen. In Neubauten sind Wärmepumpen-Heizungen heute bereits weit verbreitet, aber auch in sanierten Altbauten werden sie in den letzten Jahren vermehrt eingebaut, etwa als Alternative für die Ölheizung.

Lange Zeit galten Wärmepumpen im Bestand als unwirtschaftlich, wenn sie nicht in Verbindung mit einer Fußbodenheizung und bei ausreichender Wärmedämmung eingebaut werden. Mittlerweile ist die Technik so weit entwickelt, dass auch große Heizkörper mit für Wärmepumpen günstigen Vorlauftemperaturen betrieben werden können. Ganz ohne Wärmedämmung geht es aber natürlich nicht.

Wenn Sie ein Gebäude mit einem sehr hohen Wärmebedarf beheizen möchten, bietet sich eher eine Holzheizung an. Besonders Pelletheizungen haben sich diesbezüglich in der Vergangenheit bewährt. Jedoch benötigen Sie für diese Variante ausreichend Platz für den Pelletkessel, den Pufferspeicher und das Pelletsilo.

Welche Heizung für den Neubau?

Auch für Neubauten haben Sie eine große Auswahl an verschiedenen Heizungen, allerdings gelten hier andere rechtliche Bestimmungen als bei Altbauten. Das Gebäude-Energie-Gesetz (GEG) stellt hohe Anforderungen an die energetischen Standards eines Neubaus. So müssen etwa Öl- und Gasheizungen fast immer mit einem Heizsystem kombiniert werden, das regenerative Energien nutzt – in der Regel Solaranlagen.

Die Kombination aus Gas-Brennwertheizung und Solarthermie erfüllt die strengen Vorgaben des GEG und ist eine denkbare Variante für Ihren Neubau. Allerdings ist die Anschaffung einer solchen Hybridheizung für gewöhnlich teurer als etwa die einer Wärmepumpe. Darüber hinaus steigen die Gaspreise und damit langfristig auch die Betriebskosten einer Gasheizung.

Unter anderem deshalb sind Heizsysteme, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, in Neubauten sehr gefragt. Ein weiterer Grund: Die hohen Förderungen, die man für diese Heizungen in Anspruch nehmen kann. Insbesondere die Wärmepumpe wird immer beliebter und ist in Neubauten mittlerweile schon fast Standard. In Gebäuden mit einer guten Wärmedämmung, wie es bei Neubauten der Fall ist, ist sie im Prinzip die erste Wahl, da sie sehr geringe Heizkosten verursacht und ihr Einbau mit bis zu 35 Prozent der Investitionskosten vom Staat gefördert wird. Außerdem ist das Heizen mit einer Wärmepumpe klimafreundlich und besonders in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage sehr effizient und ökologisch.

Wenn Sie ausreichend Platz zur Verfügung haben, kann auch eine Pelletheizung oder eine andere Holzheizung (z.B. Hackschnitzelheizung oder Stückholzheizung) die richtige Wahl für Ihren Neubau sein. Das Heizen mit Holz ist in der Regel preiswert und umweltfreundlich. Daneben können Sie sich bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten erstatten lassen und auch Holzheizungen lassen sich problemlos mit Solaranlagen kombinieren.

Wärmepumpe mit Photovoltaik und Stromspeicher kombinieren

Wie bereits erwähnt ist die Verbindung von Wärmepumpe und Photovoltaik im Neubau eine sehr sinnvolle Option, da diese Heizungsart effizient und umweltfreundlich ist. Darüber hinaus gibt es günstige Tarife für Wärmepumpen-Strom, die in der Regel um die 20 Prozent weniger kosten als der normale Haushaltsstrom. Alternativ können viele Modelle im Sommer auch als Klimaanlage genutzt werden. Egal ob Heizen oder Kühlen – die Wärmepumpe benötigt Strom. Wenn dieser Strom anteilig von einer Photovoltaik-Anlage produziert wird, lassen sich die Stromkosten für den Betrieb der Wärmepumpe und damit auch die Heizkosten deutlich senken.

Noch effizienter können Sie das System nutzen, wenn Sie Wärmepumpe und Photovoltaik-Anlage zusätzlich mit einem Stromspeicher ausrüsten, der überschüssigen Solarstrom zur späteren Nutzung speichert. Auf diese Weise lässt sich der Autarkiegrad noch einmal erhöhen.

Luft-Wärmepumpe an einer Hauswand

Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik erfüllt außerdem die Vorgaben des GEG und wird daher mitgefördert. Für Neubauten bietet diese Kombination eine nachhaltige und effiziente Möglichkeit, beide Systeme optimal zu nutzen und ist fast immer zu empfehlen, sofern die Verwendung möglich ist. Unser Tipp: falls hohe Investitionskosten oder zeitlicher Aufwand bei Planung und Wartung Sie bisher von einer eigenen PV-Anlage abgehalten haben, dann ist vielleicht ein Mietmodell interessant, bei dem Sie bequem zum monatlichen Festpreis eine Solaranlage mieten. Planung, Bau, Wartung und Versicherung sind dabei über die gesamte Laufzeit inklusive.

Häufig gefragt: Heizen mit Strom?

Diesem Thema widmen wir einen extra Abschnitt, weil uns viele Anfragen erreichen, ob es sinnvoll und wirtschaftlich ist, mit Strom zu heizen. Neben der Wärmepumpen-Heizung, die nur indirekt mit Strom heizt und deshalb geringe laufende Kosten aufweist, besteht auch die Möglichkeit, über eine Elektroheizung direkt mit Strom zu heizen. In den meisten Fällen ist dies aber unwirtschaftlich. Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen sich das Heizen mit Elektroheizungen lohnt, etwa in kaum bewohnten Immobilien wie Ferienhäusern. Wenn kleine Räume nur zeitlich begrenzt beheizt werden sollen, ist eine Infrarotheizung oder eine andere elektrische Direktheizung meistens kostengünstiger als eine Zentralheizung einbauen zu lassen. Sobald Sie aber ein ganzes Haus beheizen möchten und das nicht nur für einige Tage im Jahr, ist eine Elektroheizung in der Regel aber viel zu teuer.

Elektroheizungen: Vorteile und Nachteile im Vergleich

Das Heizen mit Strom hat fast ausschließlich Nachteile. Elektroheizungen scheinen in der Anschaffung zwar günstig, lassen sich einfach anbringen und brauchen nicht viel Platz. Allerdings brauchen Sie für ein durchschnittliches Einfamilienhaus zehn bis zwölf Heizkörper (100 bis 800 Euro pro Stück). Dazu kommt noch ein Boiler oder Durchlauferhitzer für die Warmwasserbereitung (200 bis 500 Euro pro Stück), sodass für die Anschaffung alles in allem auch schnell zwischen 6.000 und 8.000 Euro zusammenkommen. In Summe sind Elektroheizungen für ein ganzes Haus also auch gar nicht mehr so kostengünstig, wie zunächst gedacht.

Infrarotheizungen verursachen zudem extrem hohe laufende Kosten, zumal der Strompreis immer weiter steigt. Zu Beginn des Jahres 2022 kostete eine Kilowattstunde Strom (ohne PV) durchschnittlich 36 Cent. Sie können deshalb davon ausgehen, dass die Einsparung durch die niedrigen Anschaffungskosten bereits nach einem oder wenigen Jahren aufgebraucht ist. Je nach Stromverbrauch und Strompreis zahlen Sie rund 6.400 Euro pro Jahr an Heizkosten für ein bestehendes Einfamilienhaus, wenn Sie ausschließlich mit Strom heizen (ohne eigene PV-Anlage). Zum Vergleich: mit einer Wärmepumpen-Heizung zahlen Sie für dasselbe Haus jährlich etwa 1.500 Euro an Heizkosten. Durch ihre schlechte Leistungseffizienz (1 kWh Strom erzeugt nur 1 kWh Heizwärme) haben sie eine schlechte Umweltbilanz. Aufgrund der hohen Betriebskosten ist die Elektroheizung daher nicht geeignet, um langfristig ein ganzes Gebäude zu beheizen. Nahezu alle anderen Heizungen sind hier auf Dauer günstiger.

Vorteile

Nachteile

Niedrige Anschaffungskosten

Extrem hohe Betriebskosten (zum Beheizen eines ganzen Hauses völlig unwirtschaftlich)

Geringer Platzbedarf

Insgesamt eher schlechter Wirkungsgrad

Einfache Anbringung an der Steckdose

Neben den Heizkörpern wird zusätzlich ein Durchlauferhitzer oder Boiler für die Warmwasserbereitung benötigt

Nicht besonders umweltfreundlich

Abhängig von schwankenden Strompreisen

Arten von Elektroheizungen: Elektro-Zentralheizung, Nachtspeicher & Co.

Es gibt verschiedene Typen von Elektroheizungen. In der Regel werden sie anhand ihrer Bauart in Direktheizungen und Speicherheizungen unterteilt. Während Elektro-Direktheizungen, wie die Infrarotheizung, die Wärme direkt abgeben und schnell Räume erwärmen können, geben Elektro-Speicherheizungen, wie die Nachtspeicherheizung, die Wärme über den Tag verteilt ab.

Die Nachtspeicher-Heizung war besonders in den 1950er-Jahren sehr beliebt, da es zu der Zeit noch den um einiges günstigeren Nachtstrom gab, mit dem die Heizungen über Nacht aufgeladen wurden. Die gespeicherte Wärme konnte dann über den Tag verteilt abgegeben werden. Heutzutage werden Nachtspeicherheizungen aber kaum noch verwendet, da der Nachtstrom im Laufe der Zeit immer teurer wurde.

Außerdem gibt es Elektro-Zentralheizungen, die das gesamte Haus mit Wärme und Warmwasser zu versorgen. Genau wie bei anderen Zentralheizungen wird hierfür ein Wärmeverteilsystem benötigt, um die Wärme und das Warmwasser in die einzelnen Räume zu transportieren. Dies erfolgt in den meisten Fällen über wasserführende Rohre. Ein elektrischer Heizkessel erwärmt mittels Heizstäben das Heizwasser und leitet es in den Heizkreislauf. Aufgrund der hohen Stromkosten ist es aber auf keinen Fall wirtschaftlich, eine Elektro-Zentralheizung einbauen zu lassen.

Heizen mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage – ist das sinnvoll?

Eine Photovoltaik-Anlage lässt sich mit einer Elektroheizung verbinden, das ist richtig. Viele Menschen haben aber eine falsche Vorstellung davon, wie sie mit selbst produziertem Solarstrom kostengünstig eine Infrarotheizung betreiben. Denn der Wärmebedarf eines Hauses liegt weit über der Strommenge, die man mit einer Solaranlage unter üblichen Bedingungen auf einem Einfamilienhaus produzieren kann. Dieser Bedarf lässt sich nicht komplett durch den Strom einer PV-Anlage decken. Eine Photovoltaik-Anlage kann die Heizkosten in Verbindung mit einer Elektroheizung zwar etwas abfedern, ermöglicht aber niemals eine vollständige Autarkie.

Theoretisch wäre die Elektroheizung zwar eine „grüne“ Heizung, wenn der Strom, den sie nutzt, zu 100 Prozent Ökostrom bzw. eigener Solarstrom aus der Photovoltaik-Anlage ist – in der Praxis ist dies aber meist nicht der Fall. Daher wird die Elektroheizung im GEG nicht gefördert. Das Heizen mit Strom durch eine Elektroheizung in Verbindung mit einer PV-Anlage ist also langfristig gesehen viel zu teuer, da man große Mengen Strom zukaufen müsste. Hier lohnt es sich viel mehr, in eine Kombination aus PV-Anlage und Wärmepumpe zu investieren.

Autorin

Halina Schmidt schreibt bei DZ4 seit 2021 über Photovoltaik-Anlagen, grünen Strom und die Energiewende.