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Photovoltaik Bilanz 2021

Zu Beginn des neuen Jahres ziehen wir Bilanz und stellen die Frage: Wie ist Deutschland bei der Energiewende im Jahr 2021 voran gekommen? Soviel vorab: im EU-Vergleich steht das Land nicht schlecht da.

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Deutschland EU-weiter Spitzenreiter beim Ausbau von Photovoltaik

Die Mitte des Jahres bescherte allen Betreibern von Photovoltaik-Anlagen strahlende Gesichter: Der Juni 2021 brachte so viel Sonne mit sich, dass die Anlagen in Deutschland 7,8 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom erzeugten – Rekord! Noch nie zuvor wurde innerhalb eines Monats so viel Strom durch Solaranlagen produziert. Mit 20,6 Prozent war Photovoltaik im Juni laut Fraunhofer ISE die wichtigste Stromerzeugungsquelle. Am 27. Juni um 13:30 Uhr erreichte Photovoltaik gar einen Anteil von 60,9 Prozent am Strommix. Die anderen Monate boten aber leider weniger sonnige Momente, sodass 2021 insgesamt eine geringere Sonneneinstrahlung als im Vorjahr verzeichnete. Dennoch erzeugten die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland insgesamt mehr Strom als 2020 und speisten rund 48,5 TWh in das öffentliche Netz ein, eine leichte Steigerung gegenüber dem Vorjahr (47,7 TWh). Grund hierfür war, dass der Ausbau der Photovoltaik-Kapazität in Deutschland ein gutes Stück voranging und im Vergleich zum Vorjahr sogar stieg. Bis Ende des Jahres wurden 5,5 Gigawatt zugebaut (2020: 5,2 Gigawatt). Damit führt Deutschland den Photovoltaik-Markt in Europa an, gefolgt von Spanien mit 3,8 Gigawatt und den Niederlanden mit 3,3 Gigawatt. Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) zog besonders die Nachfrage nach Photovoltaik-Freiflächenanlagen und privaten Dachanlagen deutlich an. Darunter sind auch zahlreiche Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften von neuen DZ4 Kundinnen und Kunden. Sie helfen – ebenso wie unsere mehrere Tausend Bestandskund:innen – mit, die Energiewende in Deutschland voranzutreiben.

Photovoltaik-Anteil an Strom-Mix bleibt nahezu stabil

Die Corona-Pandemie im vergangenen Jahr hatte dazu geführt, dass der Strombedarf wegen der rückläufigen Industrieproduktion sank. 2021 zog dieser aufgrund der wirtschaftlichen Erholung wieder an und lag auf dem Niveau der Vor-Corona-Zeit. Da zugleich aber nicht nur die Sonneneinstrahlung geringer als im Vorjahr war, sondern auch der Wind weniger als 2020 wehte, erlebte die Braunkohle ein unrühmliches Comeback. Ihr Anteil am Strom-Mix stieg auf 20,4 Prozent (2020: 16,8 Prozent). Auch die Steinkohle legte zu auf 9,5 Prozent (2020: 7,3 Prozent).

Trotz dieser Entwicklung blieben die erneuerbaren Energien aus Windkraft, Photovoltaik, Biomasse oder Wasserkraft mit 45,6 Prozent laut Fraunhofer ISE aber die wichtigste Energiequelle: Während die Windkraft einen leichten Rückgang verzeichnete und auf 23 Prozent sank (2020: 27 Prozent), blieb der Anteil von Photovoltaik am Strommix mit 9,9 Prozent nahezu stabil (2020: 10,4 Prozent). Grund hierfür war der bereits erwähnte Ausbau von Photovoltaik. Dies ist ein deutliches Zeichen, dass das Tempo hierbei weiter zunehmen mus

Strommix Stromerzeugung Deutschland 2021

Infografik „Strommix 2021: Stromerzeugung in Deutschland [Netto]“ von strom-report.de

Bundesregierung will erneuerbare Energien vorantreiben

Nach der Bundestagswahl im September bildete sich die Koalition aus SPD, den Grünen und der FDP. Anfang Oktober 2021 stellte die neue Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm 2030 vor. Auch der Ausbau von Photovoltaik-Anlagen spielt darin eine tragende Rolle. Ziel sind 200 Gigawatt bis 2030, aktuell liegt die Photovoltaik-Leistung in Deutschland bei circa 60 Gigawatt. Um dies zu erreichen, will die Koalition unter anderem bürokratische Hürden abbauen.

Außerdem enthält das Klimaschutzprogramm eine Solarpflicht für gewerblichen Neubauten. Für Eigenheime sollen Solaranlagen die Regel werden. Einige Bundesländer sind da schon einen Schritt weiter: In Baden-Württemberg etwa ist bereits seit 1. Januar 2022 beim Neubau eine Pflicht zur Installation von Photovoltaik-Anlagen auf Nicht-Wohngebäuden gesetzlich festgeschrieben. Für Eigenheime folgt sie ab 1. Mai 2022. Und zum Beispiel in Berlin gilt ab 1. Januar 2023 eine generelle Solarpflicht für Neubauten sowie für Bestandsgebäude bei einer „grundlegenden Dachsanierung“.

Fazit: Eine PV-Anlage lohnt sich jetzt noch mehr

Der Ausbau von Photovoltaik muss massiv zunehmen, soviel ist klar. Denn nur so lassen sich die Klimaschutzziele erreichen. Auch die Strompreisentwicklungen der letzten Wochen sprechen eindeutig für eine PV-Anlage auf dem eigenen Dach. So stieg der Strompreis an der Börse von 38,79 Euro pro Megawattstunde (November 2020) auf 176,15 Euro pro Megawattstunde (November 2021). Grund hierfür ist auch der zögerliche Ausbau von Photovoltaik und Windkraft in den letzten Jahren.

Die Entwicklungen an der Strombörse führten dazu, dass viele Stromanbieter ihre Preise zuletzt teils drastisch erhöht haben. Einige Stromanbieter befinden sich sogar in einem Insolvenzverfahren und haben die Stromlieferung eingestellt. Deren Kund:innen müssen ihren Strom über die örtlichen Grundversorger beziehen, die hohe Preise verlangen.

„Die Aussichten für Solarstrom sind sonnig: Die steigenden Strompreise zeigen, dass sich eine Photovoltaik-Anlage auf dem eigenen Dach mehr denn je lohnt!“, sagt Tobias Schütt, Gründer und Geschäftsführer von DZ4. „Es stimmt uns positiv, dass auch die Politik die Wichtigkeit des Ausbaus erkannt hat und diesen vorantreiben will. Momentan ist aber noch nicht klar, wie die neue Bundesregierung ihre ambitionierten Ziele erreichen will. Für uns steht das Ziel für 2022 fest: Wir wollen noch mehr Eigenheim-Besitzerinnen und Besitzern zu einer PV-Anlage auf dem eigenen Dach verhelfen und damit unseren Beitrag zur Energiewende leisten.“ Denn die Zeit, die Auswirkungen der Klimakrise zu begrenzen, drängt. Jede Photovoltaik-Anlage hilft dabei, das angestrebte Ziel von 200 Gigawatt bis 2030 zu erreichen. Und macht unsere Zukunft damit ein bisschen grüner.